Der Umverteilung entgegenwirken

Die Umverteilung von den aktiven Versicherten zu den Rentenbezügern wird als ungerecht empfunden. Die PROSPERITA passt daher ihren Umwandlungssatz an.

Laut Bericht der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK) beläuft sich die ungewollte Umverteilung in der 2. Säule von den aktiven Versicherten und Arbeitgebern zu den Rentenbezügern auf jährlich rund 7 Milliarden Franken. Grund dafür sind die zu hohen Umwandlungssätze, die dazu führen, dass Neurentnern eine lebenslange Rentengarantie gewährt wird, welche aber nicht ausreichend finanziert ist. Diese gesetzliche Garantie laufender Renten führt systematisch dazu, dass die Pensionskassen gegenüber den Rentenbezügern implizit unveränderliche Zinsversprechen abgeben müssen. Für die Umsetzung dieser Garantie ist es notwendig, dass die aktiven Versicherten und die Arbeitgeber bereit sind, die Anlagerisiken auf den Rentenkapitalien auszugleichen. Sie tragen somit das Risiko, dass der Gesetzgeber bezüglich der Einschätzung der Langlebigkeit zu pessimistisch und bezüglich der Prognose der Anlagerenditen zu optimistisch war. Dies führt zu ungewollten Umverteilungen, welche einseitig von den aktiven Versicherten und den Arbeitgebern getragen werden müssen und das Solidaritätsprinzip der beruflichen Vorsorge strapazieren.
 
Jährliche Pensionierungsverluste von 23 Prozent
Auch die PROSPERITA ist von dieser Querfinanzierung zulasten der Aktiven betroffen. Gemäss den technischen Grundlagen würde der korrekte Umwandlungssatz rund 5.2 % betragen. Aktuell liegt er aber bei 6.4 %. Es entstehen daher bei jeder Pensionierung sogenannte Pensionierungsverluste oder eben Umverteilungen in der Höhe von 23 %, bei einem Neurentner mit einem Altersguthaben bei der Pensionierung von CHF 500‘000 also gut CHF 115‘000 (vgl. Grafik). Zu Recht stellt sich dabei die Frage, wie diese Umverteilung finanziert wird und ob den aktiven Versicherten gar Geld vom persönlichen Konto abgezogen wird. Letzteres ist zwar nicht direkt der Fall. Aber sie verzichten unfreiwillig auf ein höheres Altersguthaben bei der Pensionierung. Denn um die Rentenbezüger querfinanzieren zu können, verwendet die Pensionskasse einen Teil ihrer Anlageerträge oder sie muss ihre Wertschwankungsreserven anzapfen, was eine tiefere Verzinsung des Alterskapitals der Versicherten oder die Abnahme des finanziellen Sicherheitspolsters zur Folge hat.

Senkung des Umwandlungssatzes auf 5.8 Prozent
Der Stiftungsrat der PROSPERITA hat sich gezwungen gesehen, dieser zunehmenden Umverteilung Einhalt zu gebieten. Er hat daher am 24. August 2018 beschlossen, den Umwandlungssatz schrittweise um jährlich 0.2 % auf 5.8 % per 1.1.2021 zu senken. Es handelt sich dabei um einen sogenannten umhüllenden Umwandlungssatz, welcher auf dem gesamten Altersguthaben bei der Pensionierung angewendet wird. Damit aber der gesetzliche Mindestumwandlungssatz trotzdem eingehalten ist, wird der obligatorische Teil (BVG-Minimum) mit 6.8 % multipliziert und die daraus resultieren Rente mit derjenigen verglichen, die sich bei 5.8 % auf dem gesamten Guthaben ergibt. Der höhere der beiden Beträge wird schliesslich als Rente ausbezahlt. Mit der Senkung des Umwandlungssatzes auf 5.8 % kann die Umverteilung zwar nicht gänzlich verhindert, immerhin aber auf 11.5% halbiert werden.

28.9.2018