Revidiertes Reglement bringt wichtige Neuerungen

Der Stiftungsrat der PROSPERITA hat das Vorsorgereglement der Pensionskasse grundsätzlich überarbeitet und zum Beispiel beschlossen, die Obergrenze für eingebrachte Guthaben von Versicherten ab 2022 aufzuheben.
Das neue Vorsorgereglement ist seit 1. Januar 2020 in Kraft. Es definiert die Leistungen und Beiträge der Pensionskasse. Die wichtigsten Neuerungen für Versicherte:

Freiwillige Versicherung nun möglich
Ab 2021 können Versicherte Einkommen, die sie bei anderen Arbeitgebern verdienen, auf Antrag bei PROSPERITA versichern lassen. Beide Arbeitgeber müssen jedoch damit einverstanden sein. Selbständigerwerbende können sich neu ebenfalls freiwillig versichern lassen, wenn sie Mitglied einer Berufsorganisation sind, die von PROSPERITA anerkannt ist.

Sparen bereits ab 18 Jahren
Gemäss BVG beginnt der Sparprozess bei einer Pensionskasse mit 25 Jahren. Als Reaktion auf die sinkenden Umwandlungssätze bietet das neue Reglement die Möglichkeit, bereits ab 18 Jahren mit dem Sparprozess zu beginnen. Dazu ist der Vorsorgeplan entsprechend anzupassen.

Abschaffung der Sperrfrist für Einkäufe
Bislang konnten Versicherte in den drei Jahren vor der Pensionierung (Alter 64 bzw. 65) keine freiwilligen Einkäufe mehr tätigen. Diese Einschränkung wird nun abgeschafft. Weiterhin gilt aber das steuerlich bedingte Verbot von Kapitalbezügen bis drei Jahre nach einem freiwilligen Einkauf. Ein noch so geringer Einkauf mit 63 Jahren verunmöglicht es also, mit 65 Jahren Guthaben als Kapital zu beziehen. In diesem Fall können Versicherte nur eine Rente beziehen.

Längere Risikodeckung bei unbezahltem Urlaub
Die maximale Dauer der Risikoversicherung während eines unbezahlten Urlaubs wurde von 12 auf 24 Monate angehoben. Die versicherte Person muss allerdings die Risikoprämien gesamthaft vor Beginn des unbezahlten Urlaubs bezahlen.

Weiterversicherung für Stellenlose
Wird das Arbeitsverhältnis mit einer versicherten Person aufgelöst, kann diese künftig auf Antrag während maximal zwei Jahren, längstens aber bis zur Pensionierung weiterversichert werden. Sie hat dabei jedoch Arbeit-nehmer- und Arbeitgeberbeiträge zu begleichen.

Temporäre Beitragsreduktion
Neu können Firmen und Organisationen freie Mittel in Form einer zeitlich begrenzten Beitragsreduktion oder sogar Beitragsbefreiung an Arbeitnehmende, Arbeitgeber oder Rentner und Rentnerinnen verteilen.

Genauere Definition der Teilpensionierung
Eine Teilpensionierung ist möglich, wenn die Erwerbstätigkeit um mindestens 30% reduziert wird. Unklar war bisher, ob diese Prozentangabe absolut gemeint ist oder sich auf den aktuellen Beschäftigungsgrad bezieht. Neu wird die 30%-Grenze im Zusammenhang mit dem aktuellen Beschäftigungsgrad definiert. Beispielsweise beträgt der neue Beschäftigungsgrad nach einer Teil-pensionierung höchstens 49%, wenn die Person vorher 70% gearbeitet hat.

Anmeldefrist für Weiterversicherung
Möchte eine versicherte Person über das reglementarische Rücktrittsalter hinaus weiterarbeiten und in der Pensionskasse versichert bleiben, muss sie dies spätestens einen Monat vor dem Pensionierungsdatum anmelden.

Beschränkung bei den begünstigten Erben
Wird ein Todesfallkapital ausbezahlt, kommen die übrigen gesetzlichen Erben nicht mehr zum Zuge. Neu reicht der Begünstigtenkreis nur noch bis zu den Neffen und Nichten der verstorbenen Person.

Ehegattenrente wird Normalfall
Neu erhalten alle Verwitweten bei PROSPERITA eine Ehegattenrente. Die bisherigen Einschränkungen, die ohnehin nur noch bei wenigen Firmen und Organisationen gegolten haben, fallen in Zukunft weg.

Anpassung Umwandlungssätze per 2022
Die schrittweise Senkung des Umwandlungssatzes auf 5.8% (Pool 3: 5.6%) per 1.1.2021 wurde schon vor längerem beschlossen. Im Zuge der Reglementsrevision hat der Stiftungsrat nun entschieden, den Umwandlungssatz ab 1.1.2022 zwar bei 5.8% zu belassen, er gilt aber nur noch für Altersguthaben bis zur Höhe der 17.5-fachen AHV-Maximalrente (rund CHF 500‘000). Darüber liegende Beträge werden künftig nur noch mit 4.8% in eine Altersrente umgewandelt. Damit wird die Umverteilung von Jung zu Alt (sogenannte Pensionierungsverluste) verringert.

Keine Einschränkung mehr für eingebrachte Guthaben
Die bisher geltende Einschränkung für eingebrachte Freizügigkeitsleistungen bzw. Austrittsleistungen wird per 1.1.2022 aufgehoben. Übersteigen die eingebrachten Austrittsleistungen eines Arbeitnehmenden die maximal mögliche Einkaufssumme im Vorsorgeplan, müssen aktuell die zusätzlichen Gelder entweder bei einer Freizügigkeitsstiftung oder auf einem Zusatzkonto bei PROSPERITA parkiert werden. Bei der Pensionierung kann zudem nur das in der PROSPERITA versicherte Guthaben in eine Rente umgewandelt werden. Diese Einschränkung fällt per 1.1.2022 weg. Ab diesem Zeitpunkt werden sämtliche übertragenen Freizügigkeitsleistungen eingebucht.


Die christlich-ethische Pensionskasse