Häufige Fragen zur beruflichen Vorsorge

Kann ich mein BVG-Altersguthaben für den Kauf von Wohneigentum beziehen?

Versicherte können den Vorbezug des Altersguthabens für den Erwerb von Wohneigentum, die Rückzahlung von Hypothekardarlehen oder den Erwerb von Anteilscheinen an Wohnbaugenossenschaften nutzen. Ein Vorbezug kann alle 5 Jahre erfolgen. Nach dem 50. Altersjahr ist die Höhe des Barbezugs beschränkt. Bei verheirateten Versicherten ist die schriftliche Zustimmung des Ehegatten erforderlich. Wird das Wohneigentum verkauft, muss der vorbezogene Betrag rückerstattet werden.

Kann ich mein Altersguthaben beziehen, um mich selbständig zu machen?

Ein Barbezug der Austrittsleistung ist möglich, wenn Sie eine selbständige Erwerbstätigkeit aufnehmen und nicht mehr der obligatorischen beruflichen Vorsorge unterstehen. Sie müssen dazu der PROSPERITA den Nachweis erbringen, dass Sie eine selbständige Erwerbstätigkeit aufnehmen (Miete für Räumlichkeiten, Materialkauf, AHV-Bestätigung, Eintrag ins Handelsregister, usw.). Der Antrag für den Barbezug muss im Jahr nach Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit bei der Pensionskasse eingereicht werden. Bei verheirateten Versicherten wird die schriftliche Zustimmung des Ehegatten verlangt.

Wie wird die maximale Einkaufssumme berechnet?

Ein Einkaufspotential entsteht durch fehlende Beitragsjahre (Auslandaufenthalt, Kinderpause), Lohnerhöhungen, Reglementsänderungen bei der Pensionskasse, Stellenwechsel, Scheidung etc.
Einfach gesagt: Die max. mögliche Einkaufssumme ist der Betrag, der angespart worden wäre, wenn der heutige versicherte Lohn ohne Unterbruch seit dem Alter 25 bei der PROSPERITA auf Basis des aktuellen Vorsorgeplans versichert gewesen wäre.
Die für Ihren Arbeitgeber geltende Einkaufstabelle finden Sie am Schluss des Vorsorgeplans.

Worauf muss ich beim Einkauf in die Pensionskasse achten?

Ihr persönliches Einkaufspotential finden Sie auf dem aktuellen Vorsorgeausweis. Nachdem Sie das Antragsformular für einen Einkauf ausgefüllt und unterschrieben an die PROSPERITA zurückgeschickt haben, teilt Ihnen die Verwaltung den effektiv möglichen Einkaufsbetrag mit.
Beim Einkauf müssen Sie auf folgendes achten:

Dreijähriges Kapitalbezugsverbot
Wird ein Einkauf getätigt, sind während den nächsten drei Jahren keine Kapitalbezüge möglich. Das Bundesgericht hat bereits 2010 entschieden, dass der teilweise missverständliche Art. 79b Abs. 3 BVG hart auszulegen sei. Das bedeutet, dass nicht nur Kapitalbezüge im Umfang des Einkaufs, sondern sämtliche Kapitalleistungen, also vor allem auch WEF-Vorbezüge während drei Jahren nach dem Einkauf nicht erlaubt sind. Andernfalls müssten diese Auszahlungen voll als Einkommen versteuert werden. Achten Sie daher bei einem Einkauf vor allem dann auf diese Regelung, wenn Sie in den nächsten drei Jahren die Finanzierung von Wohneigentum mittels WEF-Vorbezug planen.

Einkäufe nur bis drei Jahre vor der Pensionierung
Ab 1.1.2018 dürfen Einkäufe nur noch bis spätestens drei Jahre vor dem reglementarischen Altersrücktritt (Frauen: 64 Jahre / Männer: 65 Jahre) getätigt werden. Diese Massnahme hat der Stiftungsrat ergriffen, weil der Umwandlungssatz nach wie vor zu hoch angesetzt ist und dadurch jedes Jahr sog. Pensionierungsverluste entstehen, die von den Aktivversicherten getragen werden müssen. Insbesondere Einkäufe kurz vor der Pensionierung führen zu einer verstärkten Umverteilung von Aktiven zu Neurentnern.

Rückzahlung WEF-Vorbezüge
Bevor Sie einen Einkauf tätigen können, müssen sämtliche Vorbezüge für Wohneigentumsförderung (WEF) zurückbezahlt worden sein.

Mitberücksichtigung von Freizügigkeitskonten
Sollten Sie neben Ihrer Pensionskasse noch über Guthaben auf Freizügigkeitskonten verfügen, werden diese zur Bemessung Ihres max. Einkaufspotential angerechnet. Sollten Sie früher selbständigerwerbend gewesen sein, werden zudem Guthaben in der Säule 3a mitberücksichtigt. Allfällige Freizügigkeits- oder Säule 3a-Konten sind auf dem Antragsformular zu deklarieren.

Wichtig: Die PROSPERITA übernimmt keine Verantwortung für die steuerliche Behandlung von Einkäufen durch Ihre Steuerverwaltung.

Kann ich mein Pensionskassenguthaben beim definitiven Wegzug ins Ausland beziehen?

Eine Barauszahlung des BVG-Altersguthabens ist möglich, wenn Sie nachweisen können, dass Sie die Schweiz endgültig verlassen, um sich im Ausland niederzulassen. Bei einem Umzug in ein EU-Land oder nach Island oder Norwegen ist eine Barauszahlung des BVG-Vorsorgeguthabens nicht möglich, wenn Sie in diesem Land weiter gegen die Risiken Alter, Tod und Invalidität versichert sind. Die Auszahlung des überobligatorischen Teils des Vorsorgekapitals (im Gegensatz zum BVG-Minimum) ist hingegen weiterhin möglich. Eine Barauszahlung des gesamten Guthaben ist nur dann möglich, wenn Sie in ein anderes Land als die oben erwähnten ziehen. Bei der definitiven Ausreise aus der Schweiz nach Liechtenstein ist die Barauszahlung nicht erlaubt.

Welche Auswirkungen hat eine Ehescheidung auf die berufliche Vorsorge?

Im Falle einer Scheidung wird das Guthaben aus der 2. Säule zwischen den Ehegatten aufgeteilt. Geteilt wird das während der Ehe von beiden Ehegatten erworbene Vermögen, nicht aber das vor der Ehe angesparte Vorsorgeguthaben.
Die Änderungen zum Vorsorgeausgleich bei Scheidung traten am 1. Januar 2017 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt werden die Vorsorgeansprüche auch dann geteilt, wenn einer der Ehegatten bereits eine laufende Invaliden- oder Altersrente der 2. Säule bezieht.
 
Geschiedene haben beim Tod ihres ehemaligen Ehegatten Anspruch auf eine Hinterlassenenrente, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • die Ehe hat mindestens 10 Jahre gedauert;
  • dem überlebenden Ex-Ehegatten wurde im Scheidungsurteil eine Rente oder eine Kapitalabfindung für eine le­bens­längliche Rente zugesprochen;
  • der überlebende Ex-Ehegatte hat für mindestens ein Kind zu sorgen oder ist 45 Jahre alt.

Wie lange dauert in der Regel ein Anschlussvertrag bei der PROSPERITA?

Die Anschlussvereinbarung zwischen dem Vorsorgewerk (Firma/Organisation) und der PROSPERITA wird in der Regel für drei Jahre festgelegt und kann beidseitig mit sechsmonatiger Frist auf den 31. Dezember gekündigt werden. Nach Ablauf der drei Jahre verlängert sich die Vereinbarungsdauer stillschweigend jeweils um ein Jahr.

Was sind Arbeitgeberbeitragsreservern und wie hoch dürfen diese maximal sein?

Steueroptimierung durch Arbeitgeberbeitragsreserven
Wenn ein Unternehmen im laufenden Jahr einen guten Geschäftsgang hat, stellt es sich oftmals die Frage, wie es die Steuerbelastung optimieren bzw. senken kann. Hierzu bietet sich zum Beispiel die Möglichkeit der Bildung einer Arbeitgeberbeitragsreserve (AGBR).
Arbeitgeberbeitragsreserven sind freiwillige Vorauszahlungen des Arbeitgebers an Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule zur Deckung künftiger Arbeitgeberverpflichtungen. Der Arbeitgeber kann mittels AGBR in finanziell günstigen Zeiten Geld für die berufliche Vorsorge auf die Seite legen. In wirtschaftlich schlechteren Zeiten oder falls er grössere Investitionen tätigen möchte, kann er die AGBR zur Entrichtung der Arbeitgeberbeiträge verwenden und verfügt so über mehr flüssige Mittel, um anderweitigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
Diese zum Voraus bezahlten Pensionskassenprämien können steuerlich vollumfänglich als geschäftsmässig begründeter Aufwand geltend gemacht werden. Dies hat eine tiefere Steuerbelastung zur Folge - sowohl des Gewinns, als auch des Kapitals. Die Höhe der AGBR ist limitiert. Sie darf maximal fünf Jahresbeiträge des Arbeitgebers betragen, weshalb die Berechnung des Grenzbetrages jedes Jahr vorgenommen werden muss, um einer allfälligen Verminderung Rechnung tragen zu können.
Profitieren von diesem interessanten Steuerplanungsinstrument können Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, GmbH und Genossenschaften), aber auch Personengesellschaften (Einzelfirmen, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften), welche Mitarbeitende beschäftigen und einer Pensionskasse angeschlossen sind.

Berechnungsbeispiel:
Bruttolöhne:  CHF 500'000
Pensionskasse (Arbeitgeberbeiträge): CHF 35'000
Maximale Höhe der AGBR: 5 x CHF 35'000 = CHF 175'000

Wichtig zu wissen:
Arbeitgeberbeitragsreserven dienen ausschliesslich der Prämienzahlung oder allenfalls einer Leistungsverbesserung resp. Sanierung einer Pensionskasse. Eine Rückzahlung an den Arbeitgeber ist deshalb ausgeschlossen.

Obwohl die AGBR nicht in der Bilanz der Gesellschaft ersichtlich sind, stellen diese stille Reserven dar, deren Bildung oder Auflösung allenfalls im Anhang erwähnt werden müssen (OR 959c).

Was geschieht mit meinen zu viel eingebrachten Freizügigkeitsleistungen?

Ist Ihr neuer Arbeitgeber bei der PROSPERITA angeschlossen, so müssen Austrittsleistungen aus der Pensionskasse des früheren Arbeitgebers in die PROSPERITA eingebracht werden. Sie werden Ihrem Alterskonto gutgeschrieben. Es kann aber vorkommen, dass die eingebrachte Eintrittsleistung die maximal mögliche Einkaufssumme im neuen Vorsorgeplan übersteigt (z.B. bei einer Lohneinbusse, Pensensenkung oder einem schlechteren Vorsorgeplan im Vergleich zum bisherigen Anstellungsverhältnis). Wird dieser Betrag um mehr als CHF 20'000 überschritten, so wird der übersteigende Teil separat in einem Zusatzkonto geführt. Der Zinssatz für die Verzinsung und die Kontoführungsgebühr werden vom Stiftungsrat am Anfang des Jahres festgelegt. Die Sparguthaben auf dem Zusatzkonto können im reglementarischen Rücktrittsalter ausschliesslich in Kapitalform bezogen werden.

Anstelle der Eröffnung eines Zusatzkontos können Sie den übersteigenden Teil auch auf ein Freizügigkeitskonto übertragen.

Welche Möglichkeiten zum Bezug meines Alterguthabens habe ich im Rücktrittsalter?

Wie Sie sich die Leistungen auszahlen lassen, hängt vom Vorsorgereglement und Ihren persönlichen Verhältnissen ab. Sie haben drei Möglichkeiten:

1. Bezug einer Rente
Hier liegt der Fokus auf Sicherheit. Die Rente ist die meistgewählte Auszahlungsform in der beruflichen Vorsorge. Sie garantiert ein lebenslanges Einkommen. Die Umwandlung des angesammelten Guthabens in eine Rente geschieht mittels des Umwandlungssatzes. Die zum Zeitpunkt der Pensionierung festgelegte Rentenhöhe bleibt bis zum Lebensende unverändert.

2. Kapitalbezug
Das Vorsorgereglement der PROSPERITA sieht vor, dass Sie das gesamte Altersguthaben einmalig als Kapital auszahlen lassen können. Die Realisierung Ihrer Pläne ist so ungebundener möglich, aber Sie sind auch für selbst für die nachhaltige Verwaltung Ihres Vorsorgevermögens verantwortlich. Im Gegensatz zu anderen Pensionskassen können Sie den Kapitalbezug ohne Vorlauffrist bis vor Ihr Pensionierungsdatum bei der PROSPERITA melden. Denken Sie daran, dass das gesamte Kapital im Bezugsjahr besteuert werden muss.

3. Mischform
Anstatt dem gesamten Altersguthaben können Sie auch nur einen Teil davon als Kapital beziehen. Sie sind dabei frei in der Aufteilung von Rente und Kapital.

Was ist ein Vorsorgeplan?

Der Vorsorgeplan definiert die Leistungen, die beim Eintritt der Risiken Alter, Invalidität und Tod ausgerichtet werden und bestimmt die Beiträge, die zur Finanzierung dieser Leistungen notwendig sind.
Jedes angeschlossene Vorsorgewerk (Firma/Organisation) verfügt über einen oder mehrere Vorsorgepläne.

Beispiel eines Vorsorgeplans

Ist eine vorzeitige Pensionierung möglich und wie ist sie zu finanzieren?

Eine vorzeitige Pensionierung ist ab 58 Jahren möglich und hat eine tiefere Rente zur Folge. Entweder kommen Sie mit einer Rentenkürzung zurecht oder Sie tätigen rechtzeitig einen Einkauf, um das für eine höhere Rente benötigte Kapital zu erreichen. Sollten Sie sich nach einem solchen Einkauf trotzdem entscheiden weiter berufstätig zu bleiben, darf die im ordentlichen Rücktrittsalter berechnete Rente nicht höher als 105% der ursprünglichen Rente ohne Berücksichtigung des Einkaufs sein. Andernfalls ist die Pensionskasse verpflichtet, Ihre Rente auf diesen Betrag zu kürzen.